BVB-Profis diskutieren intern über Verzicht auf Teile der Gehälter

Veröffentlicht am: 22.03.2020 von

Nils
Borussia Dortmund BVB Corona Gehalt
Der Boss hat schon einmal vorgelegt. Die sportliche Leitung und ihre Führungsriege hat nachgezogen. Jetzt sind eigentlich noch die Fußballer von Borussia Dortmund an der Reihe, um so zu handeln, wie es bereits viele ihrer Kollegen getan haben. Noch ist offen, ob die Profis beim BVB auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten werden.

Dortmund. Eine Entscheidung steht noch aus. Aber es herrschte eine angesichts der aktuellen Krise fast schon entspannte Lage in Dortmund. Dort hatten sich BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc, Trainer Lucien Favre und auch Sebastian Kehl als Leiter der Lizenzspieler-Abteilung mit den Profis von Borussia Dortmund zu einem ersten klärenden Gespräch getroffen. Die vier Genannten hatten obligatorisch für die Führungsetage bereits verkündet, auf Teil ihres Gehalts und Vergütung zu verzichten.

Gespräche in Dortmund – in Kleingruppen

Allerdings wurden die Diskussionen mit Dortmunds Kicker nicht in einer gesamten Gruppe, sondern in mehreren Kleingruppen geführt. Besprochen worden ist, ob und bei welchen Konstellationen – etwa einem Abbruch der Saison 2019/20 – auch die Spieler ein Signal setzen, um auf Teile des Gehalts zu verzichten. Man erwarte nun, dass die Mannschaft sich intern berät. In den kommenden Tagen soll dann eine Entscheidung darüber seitens des Teams mitgeteilt werden. Für den BVB ist solch ein Szenario übrigens nichts Neues. Schon einmal traf es die Westfalen wirtschaftlich sehr schwer.

2003 war es, als die Mannschaft in der größten wirtschaftlichen Not bei Borussia Dortmund auf 20 Prozent ihres Gehalts verzichtet hatten und so mithalfen, eine große Krise und das Aus der Borussia zu verhindern. Angestoßen wurde die Debatte von Markus Söder, dem bayrischen Ministerpräsident der CSU. Angesprochen hatte Söder Spieler mit „den ganz großen Gehältern“. DFL-Chef Christian Seifert war auf diesen Zug dann aufgesprungen und sagte: „Was Markus Söder gesagt hat, ist das, was viele Menschen denken.“ Seifert wisse von Vereinen, die längst mit ihren Spielern darüber sprechen würden. Und weiter: „Viele Akteure müssen ihren Beitrag leisten.“

Rode, das DFB-Team, Goretzka und Kimmich als Vorbilder

Einer der ersten hieß Sebastian Rode von Eintracht Frankfurt. „Wenn es eng wird, muss darüber gesprochen werden“, so der Kicker der Hessen. Die deutsche Nationalmannschaft spendete Geld. Und Borussia Dortmunds Boss Hans-Joachim Watzke verkündete, er halte eine Gehaltskürzung von rund einem Drittel für sinnvoll in Zeiten, in denen in der 1. Bundesliga kein Fußball gespielt werden könne. Leon Goretzka und Joshua Kimmich vom FC Bayern München spendeten beide jeweils eine halbe Millionen Euro und starteten eine Wohltätigkeits-Aktion, der sich mittlerweile unzählige Fußballer unter dem Motto We Kick Corona angeschlossen haben.