Werder Bremen trotzt der Corona-Krise: Keine existenzielle Gefahr

Veröffentlicht am: 22.03.2020 von

Nils
Frank Baumann Werder Bremen Corona Krise Finanzen
Als wäre die Saison 2019/20 nicht schon so schlimm genug gewesen für Werder Bremen. Jetzt müssen die Norddeutschen – wie natürlich alle Bundesligisten – die Auswirkungen der Corona-Pandemie ausbaden. Finanziell wird es einige Vereine hart treffen. Das steht jetzt schon fest. Bei Werder Bremen verbreiten sie indes so gut es eben geht Zweckoptimismus.

Bremen. Die Saison 2019/20 startete für Werder Bremen schlecht. Direkt das erste Heimspiel ging gegen Fortuna Düsseldorf mit 1:3 verloren. Danach herrschte gähnende Leere auf dem Trainingsplatz, weil die Serie an Verletzten nie, auch nicht im Laufe der folgenden Monate, abriss. Nach der Winterpause stürzten die Grün-Weißen immer tiefer in die Krise. Dazu kam der Ärger wegen einer ausgefallenen Partie gegen Eintracht Frankfurt. Weil die Hessen in ihrem Match in der Europa League erst Freitag statt wie geplant Donnerstag kicken konnten. Und seit das Coronavirus auch die 1. Bundesliga fest im Griff hat, verweilt Werder als Vorletzter in der Tabelle auf einem Abstiegsplatz.

„Spieler identifizieren sich absolut mit Werder und den Fans

Und trotzdem trotzen sie an der Weser der Corona-Krise. So wie es die Bremer hanseatisch unterkühlt eigentlich bei jeder Krise handhaben. Geschäftsführer Frank Baumann meldete sich nun zu Wort und hat die Lage beim SV Werder Bremen etwas anschaulicher erklärt. Unter anderem machte er auch deutlich, dass es im Lager der Grün-Weißen keinen Corona-Fall gebe, dass alle Spieler gesund seien und sich momentan individuell mit entsprechenden Trainingsplänen fit halten. Außerdem signalisierten die Profis auf einen Teil ihres Gehalts verzichten zu wollen. Der Mannschaftsrat sei hier in die Initiative gegangen. Trainerteam und Geschäftsführung würden sich beteiligen.

Frank Baumann fühlt sich dadurch auch in der Personalpolitik bestätigt: „Wir haben in den letzten Jahren Spieler verpflichtet, die sich mit Werder und den Fans absolut identifizieren“, so der Bremer Geschäftsführer, der ergänzt: „Wir haben immer bewiesen, dass wir in schwierigen Zeiten zusammenhalten.“ Wie schwierig die Zeiten noch werden könnten für den Bundesligisten von der Weser? Bei einem Saisonabbruch 2019/20 würde das Werder nicht existenziell gefährden, lässt Baumann verlauten. Dass die Mannschaft wieder ab dem 30. März trainieren wolle, hänge auch davon ab, wie sich die Lage entwickele und was die Behörden dann dazu sagen und entscheiden.

Geisterspiele in Bremen: Drohen weitere Verbote?

Doch wird die Saison abgebrochen? Und vor allem: Wird es Geisterspiele im Weserstadion geben? Denn Innensenator Ulrich Mäurer hatte das Match gegen Bayer Leverkusen, das ja zunächst als eine solche Partie angedacht war, eigenmächtig verboten. Als Begründung musste seinerzeit befürchtete Menschenansammlungen herhalten. Frank Baumann macht deutlich: „Das Verhalten der Menschen hat sich gewandelt, fast alle halten sich inzwischen an das Versammlungsverbot.“ Deswegen würde es solche Szenarien wie etwa beim Derby zwischen Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln zukünftig so nicht geben.